HH59 Zürich

Studienauftrag für die Steiner AG
in Zusammenarbeit mit LOT-Z Zürich

HH59 - Erschliessungszone

Auszug aus dem Bericht des Preisgerichts:
«In einer präzisen, stringenten und ausdrucksstarken Präsentation stellte das Planerteam seinen Beitrag vor. Ausgehend vom im Programm enthaltenen Begriff des Bijoux, knüpfen die Architekten in der Welt des Schmucks an und lassen sich inspirieren von Ikonen der modernen Architektur. Diese ersten Ideen werden in die heutige Zelt referenziert und auf den Abgabeplänen mittels starker Bilder emotional ausformuliert. Die konzeptionelle Idee und Stimmung wird dabei rasch klar: das Haus ist eine neuartig gedachte und hochwertige «Bürokiste».
Baurechtlich hat der gewählte Ansatz kaum Verstösse und ein theoretisches Potential von rund+ 500 m2 HNF, wobei dabei die Nutzungsflexibilität aus brandschutztechnischen Gründen nicht unbegrenzt ist.
Die städtebauliche Setzung folgt der Idee des Füllens einer Lücke: unspektakulär, auf der Hand liegend und präzise. Dabei wird zurückgegriffen auf eine eher seltene Typologie; die Treppenhauskerne befinden sich dabei an den Enden des Hauses, die horizontalen Erschliessungszonen sind laubengangartig aussen angehängt.
Die Adresse wird durch geschickte Eingriffe in die Topografie und entsprechende Reaktionen in der Höhenabwicklung der Räume am westlichen Gebäudeende gesetzt. Durch die Anwendung des «Zürcher Untergeschosses» können auch weitere kleinere Flächen gedeckt und von aussen erschlossen werden. Die Einfahrt in die Tiefgarage wird eher unglücklich rückwärtig angeordnet: dort gibt es auch oberirdische Gästeparkplätze. Der Anschluss an den «inneren Garten» wirkt so etwas gar knapp ausformuliert, diese Schnittstelle könnte mehr Bearbeitungstiefe ertragen.
Die funktionalen Qualitäten des Projektes sind schnell erkennbar und über alle Geschosse ähnlich. Nicht möglich ist dabei die über das «Zürcher Untergeschoss» (das ein EG ist) ausgehende Nutzung des Untergeschosses durch Fitness und dergleichen. Die Idee der Dachgeschossnutzung durch einen Sportplatz (auch als Tell der baujuristisch geforderten Freifläche) ist prinzipiell Interessant. aber gesetzlich und betrieblich nicht realisierbar.
Das Konstruktions-, Material- und Farbkonzept ist puristisch reduziert und wirkt dadurch zwar stark, aber auch etwas radikal. Die aussen liegende Erschliessung hinter Glasbausteinen dürfte in Sommertagen deutlich überhitzen. was das Erreichen gewisser Energielabels schwierig machen dürfte.
Die generelle Wirtschaftlichkeit (primär als Verhältnis zwischen Erstellungskosten und Mieterträgen) wird als durchschnittlich gut eingeschätzt.
Gesamthaft liegt hier ein mutiger, differenziert ausgearbeiteter und atmosphärisch sehr starker Beitrag vor. Die generelle Präzision der Überlegungen beeindruckt.»

HH59 - Nachtstimmung - Blick von Hagenholzstrasse
HH59 - Eingangshalle
HH59 - Treppenhaus